Vier Durchgänge, und die Möbel kommen zuletzt
Der häufigste Fehler bei einer Auflösung ist die Reihenfolge. Es wird mit dem angefangen, was am meisten Platz wegnimmt, und am Ende fehlen die Papiere, die zwischen zwei Schranklagen lagen. Deshalb geht hier nichts auf den Wagen, bevor vier Durchgänge erledigt sind. Sie kosten zusammen 6 bis 10 Stunden und entscheiden darüber, ob später jemand etwas sucht. Die ersten drei Durchgänge kosten zusammen zwischen 126 und 210 Euro, wenn zwei Räumkräfte zu 21 Euro je Stunde begleiten, also 3 bis 5 Stunden. Gegenüber einer Auflösung mit 40 Kubikmetern für 1.440 Euro sind das 9 bis 15 Prozent.
Die Durchgänge sind bewusst getrennt, weil jeder eine andere Aufmerksamkeit verlangt. Papiere brauchen Systematik, Persönliches braucht Zeit, Wertsachen brauchen zwei Augenpaare, Möbel brauchen nur noch Kraft. Wer alles gleichzeitig macht, macht am Ende nichts davon vollständig. In der Praxis heißt das: Am ersten Tag wird nichts getragen. Es wird geöffnet, gezeigt, gefragt und in 2 bis 3 Kartons gesichert, was niemand später suchen soll. Erst wenn diese Kartons im Auto stehen, beginnt der Teil, den man an eine Firma abgibt, und der wird nach Kubikmetern gerechnet. Diese Reihenfolge spart keinen Euro, aber sie verhindert den Fehler, der sich nicht mehr beheben lässt.
- Durchgang 1, Papiere: Ordner, Verträge, Policen, Bescheide, Kontoauszüge, Grundbuchunterlagen. Ergibt meist 2 bis 3 Kartons.
- Durchgang 2, Persönliches: Fotos, Briefe, Alben, Kalender, Aufzeichnungen. Hier wird nichts entschieden, hier wird nur gesichert.
- Durchgang 3, Wertsachen: Bargeld, Schmuck, Münzen, Uhren, Sparbücher. Geprüft werden Schubladen, Manteltaschen, Bücher, Dosen, Gefrierfach.
- Durchgang 4, Möbel und Hausrat: erst jetzt wird nach Volumen geräumt, mit 36 Euro je Kubikmeter.
- Übergabe: Boden gekehrt, Fenster zu, Schlüssel an Eigentümer oder Verwaltung, Protokoll unterschrieben.
Warum die ersten drei Durchgänge Zeit kosten dürfen
Für die Sichtung stellen wir Räumkräfte zu 21 Euro je Stunde, kleinste Abnahme 2 Stunden. Zwei Kräfte über 3 Stunden sind 6 Arbeitsstunden und damit 126 Euro. In dieser Zeit wird geöffnet, gestapelt, gezeigt und gefragt, während jemand aus der Familie entscheidet. Das ist der einzige Teil der Auflösung, den niemand auslagern kann, und der billigste Schutz gegen Reue. Vier Stunden mit zwei Kräften sind 8 Arbeitsstunden und damit 168 Euro, fünf Stunden 10 Arbeitsstunden und 210 Euro. Mehr als 5 Stunden am Stück schafft ohnehin selten jemand, der dabei entscheiden muss.
Die Erfahrung aus solchen Durchgängen ist eintönig gleich: In etwa jeder dritten Wohnung findet sich in Durchgang 3 etwas, das dort niemand vermutet hat, meist Bargeld in Buchrücken, Dosen oder Manteltaschen. Deshalb gehen zwei Personen durch jeden Raum und nicht eine, und deshalb wird kein Schrank geräumt, bevor jede Schublade einzeln offen war. Papiere werden nicht sortiert, sondern gesammelt. Alles, was nach Behörde, Bank, Versicherung oder Vertrag aussieht, kommt in 2 bis 3 Kartons und wird später in Ruhe durchgesehen. Das Sortieren am Küchentisch der aufzulösenden Wohnung dauert erfahrungsgemäß dreimal so lange wie zu Hause und hält den Räumtag auf.
Fristen bei Nachlass und beim Einzug ins Heim
Zwei Anlässe machen die meisten Auflösungen aus, und beide haben einen eigenen Zeitplan. Nach einem Todesfall läuft das Mietverhältnis zunächst weiter. Erben können es nach Paragraf 564 BGB innerhalb eines Monats nach Kenntnis außerordentlich kündigen, es gilt dann die gesetzliche Frist von 3 Monaten zum Monatsende. Wer das Erbe ausschlagen will, hat dafür nach Paragraf 1944 BGB 6 Wochen Zeit. Beim Einzug in ein Heim gilt die normale Kündigung nach Paragraf 573c BGB: 3 Monate zum Monatsende, Zugang bis zum dritten Werktag des Monats. Aus 3 Monaten Frist werden in der Praxis 8 bis 10 Wochen nutzbare Zeit, weil die letzten 2 Wochen für Übergabe und Nacharbeiten gebraucht werden. Diese Fristen prüft im Zweifel eine Rechtsberatung, wir richten nur den Räumtag danach aus.
Für uns ergibt sich daraus ein einfacher Planungswert: Der Räumtag sollte 5 bis 7 Tage vor der Übergabe liegen. Das lässt Luft für Kleinreparaturen, für eine zweite Fahrt, falls im Keller mehr steht als gedacht, und für den Fall, dass ein Angehöriger doch noch ein Möbelstück behalten möchte. Bei Vorlauf von unter 14 Tagen sagen Sie es im ersten Satz der Anfrage. Zwischen Kündigung und Räumtag liegen damit meist 10 bis 11 Wochen, von denen die ersten 4 für das Sortieren und die letzten 2 für Übergabe und Nacharbeiten gebraucht werden.
Termine, die vor dem Räumtag feststehen sollten
- Kündigungsdatum und das Ende des Mietverhältnisses, üblich sind 3 Monate zum Monatsende.
- Übergabetermin mit Eigentümer oder Verwaltung, schriftlich bestätigt.
- Räumtag, 5 bis 7 Tage vor der Übergabe, damit Nacharbeiten möglich bleiben.
- Ablesetermin für Strom, Gas und Wasser, meist am Tag der Übergabe.
- Abholung der Stücke, die in der Familie bleiben, als zweite Entladestelle für 65 Euro.
- Abmeldungen und Nachsendeauftrag, mindestens 5 Werktage vorher veranlasst.
Zusammenspiel mit Vermieter und Übergabetermin
Der Vermieter hat ein Interesse, das sich mit Ihrem deckt: eine leere, besenreine Wohnung zum vereinbarten Tag. Streit entsteht fast nie über die Sauberkeit, sondern über Reste, die niemand zuordnen kann, etwa Einbauten des Vormieters, eine Küchenzeile oder Rollos. Klären Sie diese Punkte beim Aufmaß, dann steht im Angebot, was mitgeht und was bleibt. Eine Einbauküche lösen und andernorts wieder aufstellen kostet ab 229 Euro ohne Strom- und Wasseranschluss. Soll sie stattdessen entsorgt werden, zählt sie nach Volumen: eine Küchenzeile von 3,00 Metern ergibt zerlegt rund 4 Kubikmeter und damit 144 Euro. Bleibt sie in der Wohnung, kostet sie 0 Euro, muss aber vor der Übergabe schriftlich übernommen werden.
Am Übergabetag selbst sind wir in der Regel nicht mehr dabei, weil der Räumtag davor liegt. Wenn Sie es wünschen, kommt eine Kraft für 21 Euro je Stunde zum Termin mit, etwa wenn noch Restmüll anfällt oder ein Möbelstück doch nicht abgeholt wurde. Wartezeit, die nicht auf unser Konto geht, rechnen wir mit 6 Euro je angefangene 15 Minuten, also 24 Euro je Stunde. Zwei Stunden Begleitung zum Übergabetermin kosten damit 42 Euro, und das ist in aller Regel der günstigste Posten des ganzen Vorgangs. Gebucht wird er nur, wenn Sie ihn wollen.
Die Zweizimmerwohnung mit 40 Kubikmetern, Posten für Posten
Beim Umzug rechnen wir für 2 Zimmer zwischen 38 und 62 Quadratmetern mit rund 27 Kubikmetern, weil nur mitgenommen wird, was mitsoll. Eine Auflösung räumt dagegen alles: Schrankinhalte, Keller, Abstellraum, Balkon, Dachboden. Deshalb sind 40 Kubikmeter der realistische Wert, also 13 Kubikmeter mehr als beim Umzug derselben Wohnung. Gerechnet sieht das so aus: Das Aufmaß kostet 0 Euro. Die Sichtung mit zwei Räumkräften über 3 Stunden sind 6 Arbeitsstunden zu 21 Euro, also 126 Euro. Die Räumung von 40 Kubikmetern zu 36 Euro ergibt 1.440 Euro. Die Wertanrechnung von 6 Euro je Kubikmeter zieht davon 240 Euro ab, es bleiben 1.200 Euro. Eine zweite Entladestelle für die Stücke, die in der Familie bleiben, kostet 65 Euro.
Zusammen sind das 126 plus 1.200 plus 65, also 1.391 Euro. Ohne Wertanrechnung wären es 126 plus 1.440 plus 65, also 1.631 Euro. Die Gebühr am Annahmeplatz kommt in beiden Fällen unverändert zum Beleg hinzu, weil sie nach Gewicht und Sorte erhoben wird. In jedem genannten Betrag stecken 19 Prozent Mehrwertsteuer. Zum Vergleich der Größenordnungen: Dieselbe Wohnung als reiner Umzug mit 27 Kubikmetern kostet ab 419 Euro Festpreis, weil dabei nur transportiert und nichts entsorgt wird. Der Unterschied von rund 970 Euro ist der Preis dafür, dass am Ende ein leerer, gekehrter Raum übergeben wird.
Entsorgungsnachweis und was damit belegt ist
Bei einer Auflösung will meistens jemand sehen, was geschehen ist: Miterben, ein Betreuer, ein Nachlassgericht oder die Verwaltung. Deshalb bekommen Sie drei Papiere statt einer Rechnung mit einer Zeile. Sie belegen die Menge, die Kosten und die ordnungsgemäße Abgabe, und sie sind ohne Nachfrage lesbar. Die Rechnung ist so aufgebaut, dass jede Zeile für sich steht: 126 Euro Sichtung, 1.440 Euro Räumung, minus 240 Euro Wertanrechnung, 65 Euro zweite Entladestelle. Wer nur die Summe von 1.391 Euro sieht, kann nichts prüfen; wer die vier Zeilen sieht, braucht keine Rückfrage. Nachgerechnet sind das 126 plus 1.440 minus 240 plus 65.
Gerade bei mehreren Erben ist das der Punkt, an dem Auflösungen sonst schwierig werden. Wenn 40 Kubikmeter geräumt, mit 6 Euro je Kubikmeter angerechnet und mit 1.200 Euro berechnet wurden, dann steht genau das auf dem Papier. Niemand muss später rekonstruieren, was in welchem Zimmer stand. Aufbewahren sollten Sie diese Unterlagen mindestens so lange, wie der Nachlass offen ist, im Zweifel also mehrere Jahre. Wir halten sie 3 Jahre vor und schicken sie auf Anfrage noch einmal, ohne dass dafür etwas berechnet wird. Das kostet 0 Euro und dauert 1 Werktag.
Diese Unterlagen gehören zur Rechnung
- Räumliste mit den Räumen und dem geschätzten Volumen je Raum in Kubikmetern.
- Wiegeschein des Annahmeplatzes mit dem tatsächlichen Gewicht der Ladung.
- Gebührenbeleg über die gezahlte Entsorgungsgebühr, unverändert weitergereicht.
- Angebot und Rechnung mit getrennten Zeilen für Sichtung, Räumung und Wertanrechnung.
- Auf Wunsch eine Fotostrecke der leeren Räume vom Tag der Übergabe.
Zweizimmerwohnung mit 40 Kubikmetern, Posten für Posten | Posten | Menge | Satz | Betrag |
| Aufmaß vor Ort | 20 bis 40 Minuten | 0 € | 0 € |
| Sichtung mit den Angehörigen | 2 Kräfte, 3 Stunden | 21 € je Stunde | 126 € |
| Räumung nach Volumen | 40 m³ | 36 € je m³ | 1.440 € |
| Wertanrechnung | 40 m³ | 6 € je m³ | minus 240 € |
| Zweite Entladestelle in der Familie | 1 Stopp | 65 € | 65 € |
| Summe ohne Entsorgungsgebühr | 40 m³ | | 1.391 € |
Alle Beträge enthalten 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die Gebühr am Annahmeplatz richtet sich nach Gewicht und Sorte und kommt unverändert zum Beleg hinzu. Ohne Wertanrechnung liegt dieselbe Auflösung bei 1.631 Euro. Eine Absage bis 72 Stunden vor dem Räumtag kostet 0 Euro, danach 85 Euro, am Räumtag 25 Prozent des Auftragswerts.